Schnablerrennen – Gaißach – 2017

Bei viel Schnee und Minusgraden bewegten wir uns im Strom einer Menschenmenge in Richtung Gerstlandhang. Faschingsmusik schallte uns entgegen und wir erklommen den Weg gen Naturschanze entlang der gespannten Auffangnetze. Ein “hohes Komitee” eröffnete das Gaudirennen und schon rasten die unerschrockene Gaißacher, denn nur diese dürfen am Rennen teilnehmen, die Strecke hinab. Auswärtige sind nur als “Beifahrer” erlaubt. Gefahren wurde auf einsitzigen Schlitten und zweisitzigen Schnablern. Zwei mutige Frauen waren das erste Mal seit Jahrzehnten wieder auf auf einem Schnabler unterwegs – unschwer an der Farbe des Gefährtes zu erkennen. Nachdem die Fahrer die 1.5 km lange steile und vereiste Strecke vom Lehener Berg hinter sich gelassen hatten flogen alle in hohem Bogen – teils 23 m weit – vor unseren Augen durch die Luft, um dann mehr oder weniger nach einem unsanften Aufprall mit oder ohne Schlitten im Schnee spektakulär den Berg hinab ins Tal zu purzeln. Zum Glück blieben die kostümierten Teilnehmer meist unverletzt, so mancher Schnabler hatte hingegen einen Totalschaden. 

Zur Begriffserklärung: Schnabler sind Hornschlitten, mit denen einst Holz und Heu auf engen Wegen ins Tal gebracht wurden.